2010 – Ein Rückblick


Es war Silvester!
Zeit für einen Jahresrückblick. Dieses Jahr war mehr als chaotisch und voller interessanter Geschehnisse.
Angefangen hat es mit Silvester. Einem Silvester, wie jedes andere. Es hat geknallt und plötzlich war ein neues Jahr angebrochen. Ein Jahr der superlativen. Ein Jahr das wir wahrscheinlich erst übernächstes Jahr vergessen haben werden.

Erste einschneidende Ereignisse überschatteten bereits im Januar unser heiles Leben, als die Afrikanische Union ohne Vorankündigung – also vollkommen überraschend – ihre Fahne änderte. Sie war jetzt voll und ganz grün und ähnelte in keinster Weise mehr der alten.

Kaum hatte man diesen Schock überwunden kam die nächste große Überraschung auf uns zu. Nach Jahrelangen Forschungen wird nämlich bekannt gegeben, dass Echnaton wirklich der Vater von Tutenchamun war. Klingt zu erst gar nicht schlimm, wenn man nicht weiss, wer seine Mutter war. Die wird eigentlich nur “Younger Lady” genannt und ist Echnatons Schwester gewesen. Ja so waren sie die Ägypter. Immer für einen Inzest zu haben, wenns der Machterhaltung zu Gute kommt.

Dann wurden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Das kam nicht Überraschend, ist aber trotzdem nicht minder unnütz.
Das Jahr zog so in die Lande und steuerte unaufhaltsam das alles überragende, überaus traurige und erschütternste Ereignis zu, ohne es zu wissen. Aber dazu später.

Vorher wurde in Sofia der neue Schachweltmeister zwischen Viswanathan Anand und Wesselin Topalow bestimmt. Dem geneigen Leser wird schnell auffallen, dass wirklich kein Russe im Spiel war. (Seit 1921 das erste mal.) Dieser Umstand hat schnell Dopingvorwürfe auf den Tisch gebracht, wovon aber eigentlich niemand ausser mir wusste. Das ist daran das erschütternde.

Gegen Mitte des Jahres hat eine Meldung uns Nächte lang nicht schlafen lassen, uns in Trauer und Wahnsinn versetzt. Es war die Zeit, als der SK Sturm Graz den SC Magna Wiener Neustadt mit 1:0 besiegt und somit die Meisterschaft des östereischichen Fussball Cups holt.

Alle wichtigen Ereignisse im halben Juni und der ersten hälfte des Julis werden von der Fussball Weltmeisterschft überschattet. Einige Musikliebhaber sind davon dermassen entrüstet, dass sie die Fussballspiele benutzen, um auf den Tribünen liebevoll komponierte Stücke mit ihren Musikinstrumenten dar zu bieten, die uns die Augen aus dem Kopf – äh – Tränen in die Augen trieben.

Da war er auch schon herum, der Juli, und der August brachte das schreckliche Ereignis, dessen Nachwirkungen noch heute zu spüren sind und auch wahrscheinlich nie aus dem Kopf einiger beteiligter Personen zu verbannen sind.
Es war nicht etwa der Teppich, den BP in den Golf gelegt hat. Es war auch nicht mit all dem Schrott, den unsere Regierung da hin gelegt hat, zu vergleichen. Es war weitaus tragischer und trauriger. Mir kommen jetzt noch die Tränen, wenn ich darüber schreiben muss.

Jeder wird sich daran erinnern. Dienstag Morgen, es war der dritte August, als die Bewohner des Antonius Stiftes vor ihr Heim traten und die Auswirkungen der blinden Zerstörungswut an sehen mussten. Gesehen hat es keiner, aber die Gesichter der Senioren werden allen noch für eine lange Zeit im Gedächtnis bleiben. Sie waren entrüstet, enttäuscht und verwirrt (naja, das sind die meisten sowieso). Wie konnte jemand so etwas tun?

Es war ein unschuldiger Blumenkübel. Er hatte sein ganze Leben noch vor sich. Er war zertrümmert und lag am Boden.

Dieses Ereignis hat mir nun letztendlich komplett das Jahr versaut. Das konnte die Ernennung von Plzeň in Tschechien zur Kulturhauptstadt oder die testweise Einführung von Naggisch-Scannern auch nicht wieder hinbiegen.

Im Dezember endete das Jahr dann mit einem Paukenschlag. Er klingt bis heute nach und hat unser aller Leben verändert. Die Forschergruppe um Svante Pääbo berichtete in einem Artikel in dem Nature Magazin darüber, dass wir alle nun doch irgendwie Neandertaler sind, weil sie irgendwo einen Fingerknochen und einen Zahn gefunden haben und der zu unseren Genen passt.

So nun, dann will ich jetzt mal meinen Jahresrückblick beenden und euch endlich den Gewinner der Schachweltmeisterschaft verraten. Es war Viswanathan Anand.

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