Archiv für 1. Juli 2006
Enzephalopathica präklausuralis
Enzephalopathica Präklausuralis – Durch Klausurstreß verursachter temporärer Wahnsinn. Vorsicht ansteckend!
Die Klausuren stehen an, ich bin mitten in meiner mittlerweile chronisch gewordenen präklausuralen Wahnsinnsphase und möchte einfach nur noch, dass das endlich ein Ende hat. Das ist immer so. Am Anfang der Lernphase nimmt man sich vor alle Klausuren zu bestehen und eine spitzen Note zu erlangen, doch diese Motivation nimmt je länger man sich mit c1 bis c-wasweißichwas Tests beschäftigt stetig – das heißt ohne Sprünge und Lücken – ab. So weit, bis man dann einfach nur noch den Kram endlich hinter sich haben möchte. Note? Egal, einfach endlich morgens aufstehen und nicht schon das schlechte Gewissen haben, dass man bis 10 geschlafen hat und sich schnell wieder an seine Echo-Server und Graphentheoretischen Probleme macht.
Dieser Overkill läßt einen mit einem ganz anderen Blickwinkel auf die Welt schauen. Ein ziemlich querer, wenn nicht schon paranoider Blick. Alle meinen Google sei dein Freund. Ich meine Google ist eine hoch entwickelte Informationsmaschine, geschickt durch Zeit und Raum, um die Zukunft von uns allen zu ändern. Wenn man sich die Services anschaut, die google anbietet, wird einem doch schwach ums Herz. Ein Dienst, um sich seine Startseite zu personalisieren. Wahnsinn denkt da der unbescholtene Bürger. Das wollte ich schon immer! Doch, was steckt dahinter? Eine ausgeklügelte Informations- und Verknüpfungsmaschinerie. Man meldet sich an und legt sich das Wetter seiner Stadt auf die Seite. Zack, google weiß, wo man Wohnt. Aus den News, die man sich zusammenstellt, lassen sich einfach Alter, Geschlecht, Beruf und Hobbies ablesen. Da man ja von einer Seite, die mit seinen Informationen gespickt ist, google bedient, können sie also die einzelnen Suchanfragen einer Peron zuordnen. Das ist das gleiche Prinzip, wie die Payback Karte. Je nach Geschmack und Suchmuster kann jetzt Werbung präsentiert werden. Wenn man die Suchanfragen jetzt noch auswertet, in zeitliche Abhängigkeit bringt und statistisch betrachtet, werden ungeahnte Möglichkeiten wahr. Ein Beispiel: Man beobachte einen weiblichen Surfer, der regelmäßig nach neuen Flirtcommunities ausschau hält. Doch in einem monatlichen Zyklus zeichnet sich ein erheblicher Anstieg der Suchanfragen aus, man schließt sehr schnell, diese Frau ist rallig und hat gerade ihren Eisprung. Jetzt ist es ein leichtes, genau 2 Wochen später auf der google Startseite Werbung für O.B. und Schwangerschaftstests aufzulisten. Toll, oder? Ganz heiß wird es, wenn man das google Blogger Programm mit in die Auswertung aufnimmt. Über den Referrer läßt sich eindeutig bestimmen, wer das Blog besucht. Zumindest, wenn er von seiner personalisierten Startseite kommt oder Cookies akzeptiert. Erkennt man eine gewisse Regelmäßigkeit und bringt man das mit eventuellen Kommentaren im Blog in Verbindung, läßt sich gewiss erkennen, dass die Besitzerin der Googlestartseite einen Freund hat, der gerne Bloggt. Nehmen wir mal an, der Freund plant schlußzumachen und bloggt das erstmal in seinem Frust. So kann google reagieren und fünf Minuten bevor der Freund die SMS schreibt, schon Tempowerbung auf der Startseite präsentieren.
Ihr glaubt mir das nicht? Wartet ab irgendwann pranget sie da, die Tempowerbung… und dann, dann wißt ihr in fünf Minuten macht mein Freund mit mir schluß. Na, Danke
In diesem Sinne !Happy Googling!